Dan Bodan: «Soft»
Hier kommt der Soft Boy: Der Kanadier Dan Bodan veröffentlicht sein zärtliches und verletzliches Debüt «Soft».
«What Is This Heart?», fragte der einstige Schlafzimmerbewohner Tom Krell alias How To Dress Well auf seiner gleichnamigen Platte – und leider kam er mit seinen kräftezehrenden und gespreizten Gefühlsduselsongs kaum in die Nähe einer erträglichen Antwort. Da ist es umso schöner, dass endlich das Debüt von Dan Bodan erscheint, das der Kanadier auf dem einstigen LCD-Soundsystem-Hauslabel DFA veröffentlicht. Dort erschienen bereits einige Singles des derzeitigen Wahlberliners wie das sanft pochende «DP» – und mit dieser Labelheimat fand er dann auch gleich die Nähe zu anderen Liebenden wie Alexis Taylor von Hot Chip, der einen Song von Bodan bereits nachgesungen hat.
«Soft» heisst nun das Debüt, auf dem Bodan mit einer, nunja, weichen und zarten Stimme die Höhen und Tiefen seines Privatlebens ohne allzu viel Drama ausformuliert. Schöner und eigenartiger als diese Stimme ist aber die Produktion der zehn Lieder, die nichts zukleistert, eher ozeanisch blubbert wie in der Vorabsingle «Soft As Rain» und feine Fiesheiten unterbringt.
Denn dass nicht alles nur schön und weich ist, ist bereits ganz zu Beginn, in «A Soft Opening», zu hören. Sounds im Songuntergrund stören das scheinbar Schwerelose, Sounds, die mit fortlaufender Spieldauer an Raum gewinnen und bei «Jaws of Life» in Form des Saxofons den Sänger verschlucken:
Nach dem angekündigten Zusammenbruch des verletzlichen Sängers sind die Dämonen verschwunden – und der offenherzige Dan Bodan bleibt alleine zurück mit den Erinnerungen an den «Good Time Summer», der schon lange, sehr lange zurück liegt.
Dan Bodan: «Soft» (DFA/MV)