Der Tag ohne Bands an der Bad Bonn Kilbi 2015
Nach dem Gitarrentag führte der persönliche Kilbi-Pfad zu den Konzerten bzw. Happenings von Tomaga, Mary Lattimore & Jeff Zeigler, Salut c'est cool und den Sleaford Mods.
Natürlich waren sie affichiert, tolle Bands wie Bo Ningen oder Boom Pam mit Selda und dem Festivalhit «Yaz Gazeteci Yaz», doch vorab die Auftritte von MusikerInnen abseits der Rockbühne lockten am Freitag aus der Reserve. Hier, das Telegramm:
Wieso es sich lohnt, früh am Nachmittag an die Bad Bonn Kilbi zu fahren, sind Konzerte wie dasjenige der Harfenistin Mary Lattimore und dem Studiomann und Multiinstrumentalisten Jeff Zeigler.Im Club spielten die beiden ein sehr schönes Stubenkonzert, man konnte sich hinlegen und die manipulierten Harfenklänge und Oszillatoren-Geräusche genau hören, oder auch: einfach ein erstes Bier trinken und sich freuen auf die die Dinge, die da harrten.
Dinge wie die Musik von Tomaga.Weil es war ein unglaubliches Ding, was dieses Londoner Duo mit Schlagzeug, Bass, Xylophon und allerlei Geräten zum Manipulieren der Soundquellen zusammenmontierte. Eines, für das mir die Worte fehlen, weil: es war Noise, Dub, Post-Punk, abstrakt erst, dann grossartig tanzbar, kurz: es war das bisherige Konzert der Bad Bonn Kilbi Ausgabe 2015.
Tomaga for the #kilbi15-win! pic.twitter.com/R43bcB3kRu
— Tonspuren (@tonspurenblog) 29. Mai 2015
Wiederum im Club schnitten vier oder fünf Pariser eine Wassermelone auf, löschten das Licht im Saal, starteten den CD-Player und damit auch eine Bad-Taste-Eurodance-Pary mit einem Twist: Salut c'est cool waren das und es war sehr lustig und sehr ausgelassen und hochgradig nervtötend, aber man musste weiter, weiter in die Kantine zu den Sleaford Mods, die in einem hochgeschätzten Teil meines Facebookfreundeskreis seit zwei Jahren wiederholt gepriesen werden. Und ja: es war ein unglaublich präsenter, dringender Auftritt von Jason Williamson, der die Worte herausbrüllte und herausspuckte, und Andrew Fearn, dem Trackstarter und Biertrinker und Erfinder dieser unaufhaltsamen Gegentonspur. Das war atemraubend, zumal in den vorderen Reihen, und man musste die Worte nicht verstehen, aber man wusste, um was es hier geht. Danke sehr.