Explosionen am B-Sides

Foto-27 Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Kurzzeitig explodierte am B-Sides alles, deshalb erst jetzt: Die kurzen Nachberichte von Tag eins und zwei.

Ja, man konnte sie sehen, die besungenen Tonbandfetzen in den Bäumen auf dem Sonnenberg in dieser Donnerstagnacht, nachdem die schön ausgelassenen Tocotronic ihr Konzert mit dem grossartigen «Explosion» beendeten. Ein Konzert, in dem die Band um Dirk von Lowtzow aus ihrem so reichen Karrierren-Songbook schöpften, natürlich auch einige Lieder aus dem neuen, roten Album unterbrachten (die live sehr sehr gut klingen) und mit zunehmender Dunkelheit immer dringender wurden. Und es war spürbar, dass dies hier für Tocotronic nicht einfach ein weiterer Festivalstopp war.

Und so verhält es sich auch für die Besucher: Das fängt bei der alten Standseilbahn an, die einen Teil des Publikums mit einer Fahrgeschwindigkeit von 1,6 m/s auf den Sonnenberg transportiert und ziemlich gute Geräusche von sich gibt. Wer sich fürs Touristische interessiert, der geht dann gleich in die Aussichtsbar, die einen schönen Blick auf Berge und See ermöglicht. Trotz der Luzerner Agglo ist das schon sehr idyllisch, wie überhaupt dieses herzlich zusammengebastelte Festival, das auch im zehnten Jahr noch immer überwiegend von Luzernern besucht wird (ähnlich wie die Kilbi in den Anfangszeiten, als diese selbst für die Bernerschaft kaum reizvoll erschien).

Dass das B-Sides nicht nur gemütlich ist, dafür sorgt das Programm, am Freitag beispielsweise mit den Laserrave-Noten von Dan Deacon, der gemeinsam mit dem tollen Drummer Jeremy Hyman zum frohen Rave-Out lud. Das war toll, aber auch kräftezehrend, zumal nach dem Donnerstagabend, als kurzzeitig alles explodierte. Danke.

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