Presswerke
Kann man sich geben – und zwar in voller Länge: Simon Reynolds Essay «Worth The Wait» über die Hochzeit der «Inkies» und den Verlust der Verbindlichkeit in der Musikpresse.
«Retromania»-Autor Simon Reynolds erinnert sich im Essay «Worth Their Wait»,
den er für den gedruckten und wohl nicht sonderlich verbreiteten
Ableger von Pitchfork geschrieben hat, an die Jahre, als die wöchentlich
erscheinenden Musikmagazine, die «Inkies», in England die Meinungen
machten, den Rhythmus vorgaben und den Popdiskurs prägten.
«If I were to condense all the interrelated aspects of the print-and-paper music press into a handful of words, they’d be synchrony, concentration, relative durability, institutional aura, and authority. All elements that have either been depleted and damaged, or have completely vanished, in the current online music media.»
– Simon Reynolds, «Worth Their Wait»
Den wöchentlichen Erscheinungstakt der Zeitungen hält Reynolds noch immer für ideal: nicht zu langsam, nicht zu schnell – auch um aktuelle Debatten aufzugreifen und gleichwohl eine Verbindlichkeit herzustellen. Und ohne jetzt zu nostalgisch zu werden: Ja, ich vermisse die fixen
Erscheinungsdaten der Platten schon, denn die nervöse Vorfreude,
die war unbezahlbar. Beziehungsweise: Solche unhörbaren Premieren wie
der sicherlich tolle Flying-Lotus-Track mit all den Jingles killen
nun jeden Vibe. Gleichwohl war «Never Catch Me» der Song, der auf fast
allen einschlägigen Portalen reingehängt wurde.
Apropos «institutional aura» und Autorität: Sasha Frere-Jones, der Popkritiker des «New Yorkers, hat sie noch. Und seine mittlerweile vier Spotify-Playlists mit «Perfect Recordings», die er via Twitter verbreitet hat, höre ich sehr gerne an.
Volume 1: http://t.co/cu4mShBCDW
Volume 2: http://t.co/Bd91LVweOo
Volume 3: http://t.co/4UIz0xdziL
Volume 4: http://t.co/ixA7GWfd6G
— Sasha Frere-Jones (@sfj) 2. September 2014
Die Bilder entstammen dem Artikel «How to press a record: 30 photos from inside The Vinyl Factory».
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