Tonspuren
– Popblog
Das trojanische Trampeltier
Das Holzross trägt Lip Gloss, die Musik flötet superb, und die drei Krieger Kämpf, Hari und Unternährer tragen historisch verbürgte Unterhosen: das ist «Shit, Troja mit Brad Pitt», zu dem die «atemberaubende Quasi-Band» Trampeltier of Love einen lustigen Clip gedreht hat.
Team Hudmo
Es mag so sein, dass «Lantern» von Hudson Mohawke zuweilen ein schöner Murks ist, einer aber, der mir sehr lieb ist und mich auch übers Jahr hinweg begleitet hat – zumal dank dem Sommerkonzert in Montreux.Nun gibts einen neuen fliegenden New-York-Clip, und eine kurze Doku über den Buben aus Glasgow. Weil: Der Bube ist sehr alright.
Happy Halloween 2015
Halloween ist gänzlich unbedeutend, doch dank dem alljährlichen, immer sehr guten Gorilla-vs.-Bear-Schauermix und unveröffentlichtem Panda-Bear-Zeugs, das Noah Lennox zu «Swallow at the Hollow» zusammengemixt hat, lässt es sich gut leben. Bis zur Kilbi im Fall.
Progrzine!
Anstelle neuer Musik gibts hier eine Ankündigung in eigener Sache, weil: am 6. November feiert das Progrzine Vernissage.
Jeffrey Lewis & Los Bolts: «Manhattan»
Jeffrey Lewis – ein ewiger Held dieser Seiten – veröffentlicht sein New-York-Album*, und «Manhattan» ist eines seiner schönsten.
Lower Dens live
Mitte November steht sie an, die wahrscheinlich schönste Konzertwoche des Jahres. Lower Dens sind Teil dieser Woche – und ihr neues Liveideo zeigt, wieso man sich auf die Band von Jana Hunter freuen darf. Sehr eindrücklich.
Car Seat Headrest: «Teens of Style»
Indie-Rock ist eine Ruine, die man prima nochmals aufsuchen kann, um in diesen abgewrackten Häusern ein letztes vergnügliches Wiegenlied zu singen. Zumal dann, wenn man Will Toledo ist, der alle Winkelzüge kennt und als Car Seat Headrest vielleicht das letzte Indie-Album veröffentlicht, das man sich anhören sollte.
Girl Bonn
«Rip it up and start again» heisst es immer wieder in der Popmusik. Wie das selbst in einem eigentlich ausformulierten Feld wie dem socalled Post-Punk geht, zeigte am Sonntagabend im Bad Bonn die Girl Band,die laut und ausufernd und präzise einen Soundtrack zur Zeit spielte, in der die Kids eben nicht unbedingt alright, sondern sehr unruhig und bestimmt sind. Weniger bestimmt war meine Playlist, die vor und nach dem Konzert über die Lautsprecher lief, sie sei aber hier dennoch eingebaut.
Happy Birthday, «Feels»!
Vor genau zehn Jahren veröffentlichte das Animal Collective das Meisterwerk «Feels» – und ich, der ein wenig später auf die Platte stiess, hörte eine neue, friedliche und frei tanzende Welt, die mit den denkbar schönsten und eigenartigsten Ozean-Gitarrensounds gebaut ist. Das Schöne: Die Platte ist immer noch gültig. Zum Jubiläum hat die Band nun ein Konzert aus jener Zeit auf Soundcloud veröffentlicht. Man hört es, und freut sich einmal mehr über die Musik von Avey Tare, Panda Bear, Geologist und Deakin.
Vorletzte Lieder
Wenn selbst der langjährige Tocotronic-Konzert-Rausschmeisser kein Rausschmeisser mehr ist, dann gibt es keine allerletzten Lieder mehr – nur vorletzte. Eigentlich eine schöne Gewissheit.
Das Nacht-Duo
Sobald Mike Hadreas, besser bekannt als Perfume Genius, seine Stimme erhebt, ist es jeweils rasch um mich geschehen. Das ist auch im rührenden Duett mit Héloïse Letissier alias Christine and the Queens nicht anders. So soft, oh Jonathan:
Pflichttermine mit Tomaga
Tomaga waren meine Entdeckung an der Bad Bonn Kilbi. Nun kehrt das Duo zurück – mit einer neuen Platte, deren erster Vorbote eben veröffentlicht wurde und einer Minitour durch die Schweiz, die am Mittwochabend beginnt.
Hits for the Kids
Was tun, wenn das Kleinkind die Stereoanlage in Beschlag nimmt? Allenfalls helfen diese Platten bei der Rückeroberung.
Die Chorknaben der Gegenwart
Die Young Fathers sangen in Bern ihre Lieder der Trauer und des Trosts und des Aufruhrs, die versöhnlich wirken können, doch die Umarmung bleibt auch in ihrem kurzen, doch heftigen Konzert aus.
Ferienendetonspur: The Beach Boys
Nein, es ist nicht existentiell wie Brian Wilsons Song «'Til I Die», der im Sommer als Einlaufmusik von Hot Chip diente (und den ich dort erst entdeckte), aber untraurig war das melancholische Strandsaisonende, das Ade-Sagen von allen Freundinnen und Freunden und der Abschied vom Meer und dem Bagni Boncardo – dem besten denkbaren Italo-Disco-Schiffsdeck-Lokal – eben auch nicht. Und so blinkte «'Til I Die» immer wieder in meinem Kopf auf, und sei deshalb hier reingestellt. Auf ein nächstes.