Tonspuren
– Popblog
Disco Bagni
Eine italienische Teil-Woche beginnt, was auch bedeutet, dass es hier für ein paar Tage sehr ruhig wird.
Warp 25: No Sleep Till Brooklyn
Vor 25 Jahren wurde in der nordenglischen Kohlestadt Sheffield das Label Warp gegründet. Seither steht das Label für genresprengende Electronica von Acts wie Boards of Canada oder Autechre, veröffentlicht Bands wie Grizzly Bear und bietet natürlich auch Heimstatt für das Werk von Aphex Twin. Zum Jubiläumsanlass gibts im neuen «Loop», das ab Donnerstag in den Briefkästen der AbonnentInnenschaft liegt, einige Lieblingsmomente und Begegnungen mit diesem Ausnahmelabel. Meine Erinnerungen lesen sich so:
Zurück ans Licht mit Christopher Owens
Nach dem Ende der Girls und ewigwährenden Liedern wie «Hellhole Ratrace», «Substance» oder «Vomit» unterwältigte Christopher Owens mit seinem Solo-Debüt «Lysandre», das mich bei aller MOR- und Yacht-Rockigkeit immer noch mehr ansprach als ganz viele andere klassisch gehaltene Song-Alben (auch weil die Songs im Kern toll sind, wie die akustische Version zeigt). Nun geht es weiter mit der Platte «A New Testament», und die wird zu Herzen gehen – mit fetten Country-Arrangements (die ich normalerweise nicht mag), und Songs, die mit dem traurigen und offenherzigen «skinny boy»-Image an die Grosstaten seiner ehemaligen Band anschliesst. Ich freue mich sehr und werde das Album mit dem wohl hässlichsten Cover des Jahres in meine Stube stellen, sehr gerne. Die bisher verfügbaren Songs & Clips:
Vessel
Er gehört zum Kollektiv Young Echo und zur «Bristol's New School»: Vessel. Nun veröffentlichte der Produzent in diesen Tagen seine Platte «Punish, Honey» auf Tri-Angle und einen beängstigenden Fact-Mix. Und ich verspreche: Bald scheint hier wieder die Sonne, aber da muss man nun durch.
Die Song-Ruinen von Grouper
In einem Raum, der schwer zu benennen ist, singt Liz Harris alias Grouper ihre Songs. Hauntology? Geistermusik? Ja, auch. Aber noch viel mehr, vor allem aber sehr schön und sehr niederschmetternd. Deshalb hier zum Wochenstart: Ihre neue Klavier-Single «Call Across Rooms», das letztjährige Dream-Pop-Projekt Helen und der Track, den sie zusammen mit Kevin Martin aka The Bug für das Album «Angels & Devils» eingespielt hat.
Christian Marclays «Ghost World»
Zahllose grossartig montierte Filmschnipsel gab es am Donnerstag in der Berner Dampfzentrale zu sehen, als Christian Marclay seine Ton-und-Bild-Komposition «Everyday» vorführte. Eine Sequenz ist mir besonders aufgefallen.
Helado Negros «I Krill You»
Er hat mit «I Krill You» eines der schönsten Lieder des Jahres veröffentlicht: Roberto Lange alias Helado Negro. Eine kurze Ode.
Bono, der Einbrecher
Wie ausgeliefert man den Grosskonzernen wirklich ist, demonstrierte Apple am Dienstagabend, als der aus dubiosen Gründen immer noch kultisch verehrte Konzern das neue U2-Album in zahllose iTunes-Mediatheken reinschmuggelte.
Rave on
Zum Wochenstart im Notizbuch: Ausflüge zurück in die Raveära – zum Lesen, Besuchen und Hören.
Plattenladenwunsch für Bern
Erst Basel mit dem Plattfon, (der eben im Guardian gepriesen wurde), jetzt Zürich mit dem Ooor, (dessen Geschichte heute im Tagi erzählt wird). Fehlt eigentlich nur noch Bern, weil so einen Ort wünsche ich mir schon seit langer Zeit. Deshalb die naive und doch bestimmte Frage: Wer hilft mit?
Presswerke
Kann man sich geben – und zwar in voller Länge: Simon Reynolds Essay «Worth The Wait» über die Hochzeit der «Inkies» und den Verlust der Verbindlichkeit in der Musikpresse.
Herbstbühnen Vol.1
Konzerte sind immer – zumal dann, wenn die Clubs wieder ihre Türen öffnen. Ein paar Empfehlungen für den Monat September.
Sinkane: «Mean Love»
«At the Beach on Mars in the Summertime»: Ahmed Gallab alias Sinkane veröffentlicht seine zweite Platte «Mean Love».
Go Bang!
Bald erscheint die Arthur-Russell-Covercompilation «Master Mix: Red Hot + Arthur Russell». Bereits veröffentlicht ist neben Sufjan Stevens «A Little Lost» die tolle Hot-Chip-Version des Schlüsselstücks der «nichtobligatorischen Disco» (dieser grosse Begriff ist immer noch «Loop»-copyrighted von Albert Kuhn, danke!). Aus diesem Anlass: Viermal «Go Bang!», versehen mit zwei einschlägigen Zugaben.