Stimmungshochhalter

mac-demarco-2014-650x400 Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Der Sänger ist nicht selten ein verzweifelter Loner. Da hilft es, wenn er sich Mut zuspricht.

Mac DeMarco scheint ein unbeschwerter Bub zu sein – mit Zahnlücke und den sonnig-listigen Gitarren der Saison. Doch ganz so einfach ist es nicht, wie «Let Her Go», das schönste Lied seiner neuen Platte «Salad Days», nahelegt. DeMarco übt sich als Beziehungsberater, und als er ausser den Loslass-Titelworten nichts mehr findet, gibts ein scheues «Yeah»:

Verzweifelter im Stimmungshochhalten war naturgemäss Daniel Johnston in seiner Garage, wo die solitären Meisterkassetten «Yip Jump Music» und «Hi, How Are You?» entstanden sind. Sein imaginäres Publikum motiviert er in «Don't Let the Sun Go Down on Your Grievances» zum Mitsingen («sing it», «everybody»), was die rührende Hoffnungslosigkeit dieser Aufnahmen nur verstärkt:

Im Club der zerbrochenen Träume fand sich einst auch Christopher Owens mit seiner Band Girls. Das ehemalige «Children of God»-Sektenkind sichert sich in «Substance» seine Gefolgschaft mit einem lässigen «Guitar solo come on»-Ruf, der die Wunden kurzzeitig verscheucht:

Ein anderes Lied, besser: das «Lied der Stimmungshochhalter» gibts am Freitag zu hören und zu sehen, wenn die Goldenen Zitronen endlich mal wieder in der Stadt gastieren. Hier gibts bis auf weiteres die Angst-Kartografie «Europa» – man sieht sich:

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